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Allgemein · Heiko Mania · Admin · 0 Follower · 28.08.2026 · 5 Aufrufe

DigitalPakt Pflege nach Schul-Vorbild: Endlich mehr als nur digitale Ausstattung?

Der GKV-Spitzenverband bringt Bewegung in die Diskussion um die Digitalisierung der Pflege. In seinem neuen Positionspapier „Mehr Digitalisierung für eine zukunftsfeste Pflege“ fordert der Verband einen „DigitalPakt Pflege“ nach dem Vorbild des DigitalPakts Schule.

Das ist zunächst einmal ein wichtiges Signal. Denn Digitalisierung in der Pflege darf nicht länger aus einzelnen Förderprogrammen, Insellösungen und zeitlich begrenzten Projekten bestehen.

Bis zu 12.000 Euro reichen für eine digitale Transformation nicht aus

Die bisherige Förderung nach § 8 Abs. 8 SGB XI sieht einen Zuschuss von bis zu 12.000 Euro je Pflegeeinrichtung vor. Nach Vorstellung des GKV-Spitzenverbandes soll eine solche Förderung künftig alle drei Jahre möglich sein.

Doch eigentlich geht es um eine viel grundsätzlichere Frage:

Wie schaffen wir eine nachhaltige digitale Infrastruktur für die Pflege?

Software einzukaufen ist noch keine digitale Transformation. Pflegeeinrichtungen benötigen interoperable Systeme, eine verlässliche technische Infrastruktur, digitale Kompetenzen ihrer Mitarbeitenden und vor allem Anwendungen, die sich in pflegerische Prozesse integrieren.

Pflegeinformationen müssen endlich Teil der ePA werden

Besonders relevant aus Sicht der Pflegeinformatik ist eine weitere Forderung des GKV-Spitzenverbandes.

Pflegestatus und Pflegemaßnahmen werden in der elektronischen Patientenakte bislang nicht angemessen strukturiert abgebildet. Gleichzeitig fehlt weiterhin eine verbindliche pflegerische Referenzterminologie.

Der GKV-Spitzenverband fordert deshalb, die gematik mit der Integration strukturierter Pflegeinformationen zu beauftragen und eine Entscheidung über eine entsprechende Referenzterminologie herbeizuführen.

Genau hier beginnt Pflegeinformatik.

Es reicht nicht, bestehende Papierprozesse zu digitalisieren. Pflegerische Informationen müssen strukturiert, semantisch eindeutig und interoperabel verfügbar sein.

Nur dann können sie sektorenübergreifend genutzt werden – von der ambulanten Pflege über Pflegeeinrichtungen und Krankenhäuser bis hin zu Ärztinnen und Ärzten, Apotheken und weiteren Akteuren.

Und nur strukturierte Daten schaffen langfristig die Grundlage für sinnvolle KI-Anwendungen in der Pflege.

KI wird ausdrücklich zum Thema

Bemerkenswert ist auch, dass der GKV-Spitzenverband konkrete Einsatzfelder moderner Technologien nennt.

Dazu gehören beispielsweise:

  • sprachgestützte Pflegedokumentation,
  • automatisierte Dienst- und Tourenplanung,
  • KI-Agenten,
  • sensorbasierte Technologien.

Damit verschiebt sich die Diskussion deutlich.

Es geht nicht mehr nur darum, ob Pflege digitalisiert werden sollte. Die entscheidende Frage lautet zunehmend:

Welche digitalen Technologien schaffen tatsächlich einen messbaren Nutzen für Pflegebedürftige und Pflegende?

Der GKV-Spitzenverband verbindet deshalb eine mögliche Refinanzierung mit einem evidenzbasierten Nutzennachweis.

Das halte ich grundsätzlich für richtig – allerdings dürfen wir dabei nicht Bewertungsverfahren schaffen, die länger dauern als die Innovationszyklen der Technologien selbst.

Gerade bei KI benötigen wir Evaluationsmodelle, die Patientensicherheit, pflegerische Qualität und Wirtschaftlichkeit berücksichtigen und trotzdem Innovation ermöglichen.

Digitalisierung darf kein Personalersatzprogramm werden

Ebenfalls wichtig: Digitale Technologien sollen nach Auffassung des GKV-Spitzenverbandes nicht einfach als Ersatz für unbesetzte Personalstellen angerechnet werden.

Auch das ist ein entscheidender Punkt.

Das Ziel von Digitalisierung und KI in der Pflege darf nicht sein:

„Wie viele Pflegekräfte können wir dadurch einsparen?“

Die bessere Frage lautet:

„Wie viel Zeit können wir Pflegefachpersonen für die eigentliche pflegerische Versorgung zurückgeben?“

Technologie sollte Dokumentationsaufwand reduzieren, Informationen zum richtigen Zeitpunkt verfügbar machen, Kommunikation verbessern und klinische sowie pflegerische Prozesse unterstützen.

Ein DigitalPakt Pflege braucht mehr als Geld

Der DigitalPakt Schule kann als Vorbild für eine gemeinsame Finanzierungsverantwortung von Bund und Ländern dienen. Aber aus seinen Erfahrungen sollten wir auch lernen.

Ein erfolgreicher DigitalPakt Pflege sollte deshalb aus meiner Sicht mindestens fünf Bereiche miteinander verbinden:

  1. Digitale Infrastruktur und Telematikinfrastruktur
  2. Interoperabilität und strukturierte Pflegedaten
  3. Digitale Kompetenz und Pflegeinformatik
  4. KI und intelligente Assistenzsysteme
  5. Evaluation, Governance und nachhaltige Finanzierung

Denn eine neue Software allein verändert noch keinen Pflegeprozess.

Der GKV-Spitzenverband spricht selbst davon, dass neben der technischen Infrastruktur digitale Kompetenz, klare Verantwortlichkeiten und alltagstaugliche Prozesse erforderlich sind.

Das ist möglicherweise einer der wichtigsten Sätze der aktuellen Diskussion.

Vom DigitalPakt zum Pflegeinformatik-Pakt?

Vielleicht sollten wir deshalb sogar noch einen Schritt weitergehen.

Wir brauchen nicht einfach mehr Digitalisierung in der Pflege.

Wir brauchen eine systematische Pflegeinformatik, die pflegerische Prozesse, Daten, Menschen und Technologie miteinander verbindet.

Ein DigitalPakt Pflege kann dafür ein wichtiger Impuls sein – wenn wir nicht nur Geräte und Software finanzieren, sondern gleichzeitig interoperable Strukturen, Kompetenzen und eine gemeinsame Datenbasis schaffen.

Dann könnte aus einem Förderprogramm tatsächlich ein Baustein für eine moderne digitale Pflegeinfrastruktur entstehen.

Was meint ihr: Was müsste ein DigitalPakt Pflege aus eurer Sicht unbedingt fördern?

Quellen: GKV-Spitzenverband, Positionspapier „Mehr Digitalisierung für eine zukunftsfeste Pflege“, 27.08.2026; Altenheim.net, „GKV-Spitzenverband: DigitalPakt Pflege nach Schul-Vorbild“, 27.08.2026.

digipakt

Dieser Text wurde mit Unterstützung von KI erstellt.

DigitalPakt Pflege, Pflegeinformatik, GKV-Spitzenverband, ePA, Interoperabilität, KI, SGB XI

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