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KI in der Pflege · Heiko Mania · Admin · 2 Follower · 17.09.2026 · 165 Aufrufe

Heute beim BIG BANG KI Festival: Zwischen Humanoiden, Hype und der Frage, was KI für die Pflege wirklich bedeutet

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Heute war ich zu Gast beim BIG BANG KI FESTIVAL 2026 in Berlin. Zwei Tage, mehr als 350 Speakerinnen und Speaker, sechs Bühnen, über 11.000 Gäste und ein ausverkauftes Haus: Das Festival in der STATION Berlin gehört inzwischen zu den sichtbarsten KI-Veranstaltungen in Deutschland. Der Veranstalter beschreibt es als Kombination aus KI-Messe, Konferenz, Masterclasses und Networking. Dass die Veranstaltung vollständig ausverkauft war, ist angesichts dieser Größenordnung durchaus bemerkenswert.

Mein persönliches Highlight war allerdings zunächst deutlich weniger abstrakt. Was für andere Hundewelpen auslösen, lösen bei mir humanoide Roboter aus. Und davon gab es auf dem Festival einiges zu sehen. Sobald irgendwo ein humanoider Roboter läuft, greift, reagiert oder versucht, sich möglichst menschenähnlich zu bewegen, bleibe ich stehen. Vielleicht liegt das daran, dass Robotik etwas sichtbar macht, was bei vielen KI-Anwendungen sonst im Hintergrund bleibt: Künstliche Intelligenz bekommt plötzlich einen Körper und damit einen direkten Bezug zu unserer physischen Welt.

Das Festival hatte dafür den passenden Rahmen. Robotik war nicht nur in der Ausstellung präsent, sondern auch programmatisch Teil des Health-Bereichs. Auf der Agenda stand beispielsweise eine Session zu „KI & Robotic“, in der es um die Kombination von KI und Robotik in der Medizin ging. Auch Aussteller aus dem Bereich Physical AI und Robotik waren vor Ort und stellten praktische Einsatzmöglichkeiten in den Mittelpunkt.

Viel KI, aber für Insider wenig grundlegend Neues

Wer sich täglich mit KI beschäftigt, wird auf einem solchen Festival allerdings kaum die eine große technologische Offenbarung erleben. Das ist keine Kritik an der Veranstaltung, sondern liegt in der Natur der Sache. KI entwickelt sich derzeit so schnell und gleichzeitig so öffentlich, dass viele Themen bereits bekannt sind, bevor sie auf einer Bühne diskutiert werden. Agentic AI, generative KI, Automatisierung, souveräne KI-Infrastrukturen, neue Geschäftsmodelle, Regulierung, Robotik und die Transformation von Arbeit waren entsprechend präsent.

Für KI-Insider gab es deshalb thematisch keine riesigen Überraschungen. Das Festival zeigt vielmehr sehr gut, wie stark KI inzwischen aus der reinen Technologieszene herausgewachsen ist und in nahezu allen Branchen angekommen ist. Genau darin liegt vermutlich auch sein Wert. Auf mehreren Bühnen wurden Anwendungen aus Wirtschaft, Technologie, Gesundheitswesen und Politik diskutiert. Das Programm reichte von souveräner KI-Infrastruktur über Automotive und Finance bis zu Medizin, Prävention und digitaler Versorgung.

Vielleicht müssen wir uns ohnehin langsam von der Vorstellung verabschieden, dass „KI“ dauerhaft eine eigene Kategorie bleiben wird. Künstliche Intelligenz ist derzeit zunächst ein Hype und wird danach wahrscheinlich einfach eine technische Funktion. Das klingt provokant, ist aber letztlich das normale Schicksal erfolgreicher Technologien. Niemand veranstaltet heute Kongresse darüber, dass Software Datenbanken verwendet oder Anwendungen mit dem Internet verbunden sind. Irgendwann wird es ähnlich selbstverständlich sein, dass Software KI nutzt.

Die entscheidende Frage wird deshalb zunehmend weniger lauten, ob ein Produkt KI verwendet, sondern was dadurch konkret besser wird. Wird ein Prozess schneller? Wird Arbeit tatsächlich reduziert? Werden Entscheidungen besser unterstützt? Entsteht ein neues Produkt oder lediglich ein bestehender Prozess mit einem KI-Label? Gerade im Gesundheitswesen und in der Pflege sollten wir diese Fragen sehr konsequent stellen.

Pflege war klein, aber erfreulich sichtbar

Aus meiner Perspektive besonders spannend: Auch die Pflege war ein kleiner, aber feiner Teil des Programms und der Ausstellerwelt. Das ist keineswegs selbstverständlich auf einem KI-Festival dieser Größenordnung.

Im Health-Programm wurde beispielsweise konkret über digitale Assistenten in der Pflege gesprochen. Eine Session beschäftigte sich mit der Frage, wie digitale und KI-gestützte Assistenten Pflegefachkräfte beim Dokumentationsaufwand entlasten und mehr Zeit für die Versorgung schaffen können. Daneben reichte der Health-Track von ambulanter Medizin und Prävention über KI-basierte Diagnostik bis zu Robotik und regulatorischen Fragen von KI-Medizinprodukten.

Dass Pflege dabei noch keine dominierende Rolle spielt, überrascht mich nicht. Es zeigt vielmehr, wie viel Arbeit noch vor uns liegt. Pflege ist einer der größten Berufsbereiche im Gesundheitswesen und gleichzeitig eine der Professionen, deren Arbeitsprozesse durch KI, Robotik, Sensorik und neue Informationssysteme besonders stark verändert werden könnten. Trotzdem wird sie im allgemeinen KI-Diskurs häufig erst relativ spät mitgedacht.

Genau deshalb brauchen wir Pflegeinformatik. Denn es reicht nicht, eine KI-Anwendung aus der Medizin oder aus allgemeinen Unternehmensprozessen einfach in einen Pflegeworkflow zu übertragen. Pflege besitzt eigene Informationsprozesse, eigene Formen klinischer Beobachtung, eigene Verantwortlichkeiten und eine Arbeitsrealität, die sich erheblich von einer klassischen Büro- oder Sprechstundensituation unterscheidet.


Die eigentliche Herausforderung beginnt nach dem Hype

Vielleicht war das für mich die wichtigste Erkenntnis dieses Tages. Die technische Entwicklung ist beeindruckend und die Geschwindigkeit enorm. Aber wir kommen zunehmend in eine Phase, in der weniger die nächste Modellgeneration entscheidet als die Frage, wie gut wir Technologie in reale Prozesse integrieren.

Ein humanoider Roboter ist faszinierend. Entscheidend wird aber sein, welche Tätigkeit er in einem Krankenhaus oder einer Pflegeeinrichtung zuverlässig übernehmen kann, wie er sich in Arbeitsabläufe integriert und ob dadurch tatsächlich Zeit für pflegerische Versorgung entsteht. Ein KI-Assistent kann einen Pflegebericht formulieren. Entscheidend ist aber, ob dadurch Dokumentationsarbeit reduziert wird oder ob Pflegefachkräfte anschließend genauso lange mit der Kontrolle des generierten Textes beschäftigt sind.

Genau hier trennt sich meiner Ansicht nach der KI-Hype von nachhaltiger Digitalisierung. Ein gutes KI-Projekt beginnt nicht mit der Frage: „Wo können wir KI einsetzen?“ Es beginnt mit der Frage: „Welches Problem wollen wir lösen?“

Organisation auf einem bemerkenswerten Niveau

Unabhängig von den Inhalten hat mich deshalb noch etwas anderes beeindruckt: die Dimension und Organisation des Festivals. Mehr als 11.000 Gäste, über 350 Speakerinnen und Speaker, sechs Bühnen, zahlreiche Masterclasses, Ausstellung, Networking und Rahmenprogramm in der STATION Berlin zu orchestrieren, ist eine enorme logistische Leistung. Dass das Festival vollständig ausverkauft war, ist ein starkes Signal dafür, welchen Stellenwert KI inzwischen für Unternehmen und Entscheider hat.

Dafür gebührt den Organisatoren mein ausdrücklicher Respekt. Großveranstaltungen wirken von außen häufig selbstverständlich, solange sie funktionieren. Wie viel Planung, Technik, Kommunikation und operative Arbeit notwendig ist, damit tausende Menschen zwei Tage lang zwischen Bühnen, Ausstellern und Gesprächen wechseln können, sieht man erst, wenn etwas nicht funktioniert. Heute überwog bei mir eindeutig der Eindruck: Das war professionell, groß gedacht und konsequent umgesetzt.

Und vielleicht braucht es genau solche Veranstaltungen in dieser Phase der technologischen Entwicklung. Nicht unbedingt, weil dort jede Stunde eine neue KI-Revolution verkündet wird, sondern weil Menschen aus sehr unterschiedlichen Branchen zusammenkommen und gemeinsam überlegen, was sie aus dieser Technologie machen wollen.

Für die Pflege wünsche ich mir dabei künftig noch etwas mehr Platz. Denn wenn KI tatsächlich zur selbstverständlichen Funktion unserer digitalen Infrastruktur wird, sollte Pflege nicht erst Anwenderin fertiger Lösungen sein. Sie muss frühzeitig mitgestalten, welche Probleme wir lösen, welche Daten wir nutzen, welche Prozesse wir verändern und wo Technologie tatsächlich entlasten kann.

Mein Fazit nach dem BIG BANG KI FESTIVAL 2026: Der Hype ist noch da. Die Technologie wird bleiben. Entscheidend wird jetzt, was wir daraus machen.

Und ja: Für ein paar mehr humanoide Roboter hätte ich trotzdem noch Platz gehabt.

Dieser Text wurde mit Unterstützung von KI erstellt.

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