Pflegeinformatik.org wächst weiter: Aus einer Plattform wird ein fachliches Ökosystem
Pflegeinformatik ist längst mehr als ein Spezialgebiet irgendwo zwischen Pflegedokumentation und Krankenhaus-IT. KI verändert Arbeitsprozesse, Interoperabilität wird zur Voraussetzung neuer Versorgungsmodelle, neue Rollen entstehen und gleichzeitig wächst der Bedarf nach Menschen, die Pflege, Prozesse, Daten und Technologie miteinander verbinden können.
Genau deshalb entwickelt sich auch Pflegeinformatik.org weiter.
Was zunächst vor allem als Ort für Fachbeiträge, Diskussionen und Vernetzung gedacht war, soll zunehmend zu einem fachlichen Ökosystem für die digitale Zukunft der Pflege werden. In den vergangenen Wochen sind dafür einige neue Bereiche entstanden. Drei davon möchte ich besonders hervorheben: die neue Jobbörse, die Themen-Hubs und das Innovation Lab.
Eine Jobbörse speziell für die digitale Pflege
Wer heute nach einer Stelle in der Pflegeinformatik sucht, kennt das Problem: Die passenden Positionen verstecken sich zwischen klassischen Pflegejobs, Krankenhaus-IT, Medizininformatik, Digital Health und allgemeinen IT-Stellen.
Gleichzeitig heißen vergleichbare Tätigkeiten je nach Organisation völlig unterschiedlich. Gesucht werden Pflegeinformatiker:innen, Clinical Application Specialists, Projektmanager:innen Digitalisierung, IT-Consultants, Prozessmanager:innen, FHIR-Spezialist:innen oder Menschen für Clinical Workflow und digitale Transformation.
Mit dem neuen Bereich Jobs & Karriere wollen wir diese Welt stärker zusammenführen.
Die Jobbörse konzentriert sich deshalb bewusst auf fachlich passende Rollen rund um Pflegeinformatik, Digital Nursing, Clinical Workflow, Daten, Interoperabilität und Health IT. Stellen können nach Rolle, Stichwort, Ort, Remote-Möglichkeit, Arbeitsmodell und Fachbereich durchsucht werden.
Dabei soll es nicht bei einer weiteren Sammlung beliebiger Stellenanzeigen bleiben. Entscheidend ist die fachliche Relevanz für die Community.
Perspektivisch soll dadurch sichtbar werden, was bislang oft verborgen bleibt: Pflegeinformatik entwickelt sich zunehmend zu einem eigenen Arbeitsmarkt.
Und vielleicht hilft die Jobbörse auch dabei, diesem Arbeitsmarkt klarere Konturen zu geben.
Themen-Hubs: Nicht mehr suchen, sondern Zusammenhänge verstehen
Mit zunehmender Zahl von Beiträgen entsteht bei jeder Wissensplattform irgendwann ein Problem: Es gibt immer mehr Informationen – aber nicht automatisch mehr Orientierung.
Deshalb haben wir die Themen-Hubs eingeführt.
Ein Themen-Hub betrachtet ein Thema nicht aus der Perspektive eines einzelnen Beitrags, sondern bündelt unterschiedliche Inhalte der Plattform zu einem fachlichen Zusammenhang. Dazu können Community-Beiträge genauso gehören wie Lernangebote, Expert:innen, Veranstaltungen, Initiativen oder Innovation Labs.
Aktuell entstehen beispielsweise Hubs zu KI in der Pflege, Digital Nursing & Pflegeprozessen sowie Interoperabilität & Pflegedaten.
Gerade bei einem Thema wie Künstlicher Intelligenz wird deutlich, warum das sinnvoll ist. Wer sich mit KI in der Pflege beschäftigt, braucht eben nicht nur Meldungen über neue Sprachmodelle. Es geht gleichzeitig um Dokumentation, Entscheidungsunterstützung, Robotik, Datenqualität, Governance, Ethik, Regulierung, Kompetenzen und die Integration in reale Pflegeprozesse.
Der Themen-Hub versucht deshalb, aus vielen einzelnen Informationen einen fachlichen Zusammenhang entstehen zu lassen.
Und die Hubs sollen nicht nur zum gelegentlichen Nachschlagen dienen. Nutzer:innen können einzelnen Themen-Hubs folgen und sich über neue Entwicklungen automatisch informieren lassen. Dabei lässt sich wählen, ob die persönlichen Themen-Updates täglich oder einmal wöchentlich per E-Mail zugeschickt werden sollen. Wer beispielsweise KI in der Pflege intensiv verfolgt, muss damit nicht regelmäßig selbst nach neuen Inhalten suchen, sondern bekommt relevante Aktualisierungen des Hubs gebündelt geliefert.
Damit werden die Themen-Hubs zunehmend zu einem persönlichen fachlichen Informationsdienst: Man entscheidet selbst, welche Themen relevant sind und wie häufig man darüber informiert werden möchte.
Das Ziel ist nicht, möglichst viel Content zu produzieren.
Das Ziel ist, Orientierung zu schaffen.
Innovation Lab: Von der Diskussion in die Praxis
Der vielleicht spannendste neue Bereich ist für mich das Innovation Lab.
In der Pflege sprechen wir sehr viel über Innovationen. Start-ups entwickeln neue Lösungen, Hersteller erweitern ihre Produkte, Forschungsprojekte präsentieren Prototypen und Einrichtungen suchen nach Technologien, die Pflegefachkräfte tatsächlich unterstützen.
Die entscheidende Frage kommt häufig erst sehr spät:
Passt diese Innovation eigentlich in die pflegerische Praxis?
Genau dort setzt das Innovation Lab an.
Ein Innovation Lab ist als zeitlich begrenzter und neutral moderierter Praxistest gedacht. Eine konkrete Fragestellung wird gemeinsam mit Fachpersonen aus Versorgung, Pflegeinformatik, Wissenschaft und Technologie untersucht.
Besonders wichtig ist dabei die Perspektive derjenigen, die eine Technologie später tatsächlich im Versorgungsalltag einsetzen sollen. Pflegefachkräfte können sich deshalb als Tester:innen an den Innovation Labs beteiligen und neue Lösungen aus ihrer praktischen Perspektive bewerten. Für ihre Mitwirkung und den damit verbundenen Zeitaufwand erhalten die teilnehmenden Pflegefachkräfte eine kleine Vergütung.
Damit soll Praxisexpertise nicht nur abgefragt, sondern auch wertgeschätzt werden. Denn eine fundierte Einschätzung aus dem Pflegealltag ist für die Bewertung einer Innovation mindestens ebenso wichtig wie technische Spezifikationen oder eine Produktpräsentation.
Dabei geht es ausdrücklich nicht darum, Forschung, Zertifizierung oder Beschaffungsprozesse zu ersetzen. Vielmehr soll eine strukturierte Grundlage für die Entscheidung entstehen, ob und unter welchen Bedingungen eine Innovation sinnvoll in die Pflegepraxis integriert werden kann.
Betrachtet werden beispielsweise der Clinical Workflow Fit, die Usability, der Informationswert, die Umsetzungsreife sowie Safety und Governance.
Aus einem Produktversprechen soll damit eine fachlich nachvollziehbare Bewertung werden.
Die ersten Labs befinden sich derzeit in Vorbereitung. Unternehmen, Forschungseinrichtungen und andere Organisationen können bereits konkrete Innovationen beziehungsweise Fragestellungen für ein erstes Scoping einreichen. Gleichzeitig können sich interessierte Pflegefachkräfte als potenzielle Tester:innen beteiligen.
Community, Wissen, Menschen und Projekte stärker miteinander verbinden
Hinter diesen Neuerungen steckt letztlich eine größere Idee.
Pflegeinformatik.org soll nicht aus vielen voneinander getrennten Bereichen bestehen.
Ein Fachbeitrag über KI kann zu einer Diskussion führen. Aus einer Diskussion kann eine Initiative entstehen. Über einen Themen-Hub lassen sich dazu passende Expert:innen, Veranstaltungen und Lernangebote finden – und wer dem Hub folgt, bleibt anschließend automatisch über neue Entwicklungen informiert. Eine neue Technologie kann im Innovation Lab gemeinsam mit Pflegefachkräften betrachtet werden. Und vielleicht sucht eines der beteiligten Unternehmen anschließend genau die Pflegeinformatikerin oder den Clinical Workflow Specialist, der über die Jobbörse auf die Organisation aufmerksam wird.
Genau diese Verbindungen sind interessant.
Deshalb gibt es inzwischen neben der Community auch Themen-Hubs, Initiativen, Academy-Angebote, Events, ein Expertennetzwerk, Innovation Labs und die Jobbörse.
Nicht jeder muss alles nutzen. Aber die einzelnen Bausteine sollen zunehmend ineinandergreifen.
Pflegeinformatik braucht Infrastruktur – nicht nur Informationen
Vielleicht ist das auch eine der wichtigsten Erkenntnisse aus der bisherigen Entwicklung der Plattform.
Eine Fachdisziplin entsteht nicht allein dadurch, dass Menschen Artikel darüber schreiben.
Sie braucht Orte, an denen Wissen gesammelt wird. Sie braucht Weiterbildung. Sie braucht fachlichen Austausch. Sie braucht Projekte und gemeinsame Arbeitsräume. Sie braucht sichtbare Expert:innen. Sie braucht Unternehmen und Forschung. Und sie braucht einen Arbeitsmarkt, auf dem entsprechende Kompetenzen tatsächlich gesucht werden.
Pflegeinformatik.org soll Schritt für Schritt ein solcher Ort werden.
Vieles davon steht noch am Anfang. Manche Bereiche werden sich verändern, andere werden hinzukommen und einiges werden wir vermutlich auch wieder verwerfen.
Aber genau das gehört dazu.
Denn die Plattform soll nicht einfach über die digitale Zukunft der Pflege berichten.
Sie soll ein Ort sein, an dem wir diese Zukunft gemeinsam diskutieren, ausprobieren und gestalten.
Wer sich mit Pflegeinformatik, Digital Nursing, KI, Interoperabilität oder digitalen Pflegeprozessen beschäftigt, ist deshalb herzlich eingeladen, sich umzusehen, Themen zu abonnieren, als Tester:in mitzumachen und die nächsten Schritte mitzugestalten.

Dieser Text wurde mit Unterstützung von KI erstellt.

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